Ökologischer Waldumbau in deutschem Grafenwald

Von Fichtenwald zu Mischwald, von purem Holzeinschlag zu ökologischem Campingplatz und Waldfriedhof – die Grafenfamilie von Hatzfeld setzt seit über 20 Jahren ein beeindruckendes Waldumbau-Projekt um. Mit den Herausforderungen für WaldbesitzerInnen in Deutschland, mit der Balance zwischen Holzernte und Artenschutz, mit Sturmschäden und sogenannten”Ökosystemdienstleistungen” beschäftigt sich die spannende SWR-Dokumentation Die Waldgrafen und der Sturm – Familie von Hatzfeldt erfindet ihren Forst neu. Der etwa 30-minütige Film nimmt dabei sowohl Aspekte der nachhaltigen und vielfältigen Waldnutzung als auch Naturschutz sowie das Ziel der langfristigen Resilienz des Privatwaldes gegen (klimabedingte) Störungen in den Blick.

Die Vision der von Hatzfelds und ihrer MitarbeiterInnen ist ein Dauerwald, der vielfältig aufgebaut ist, der verschiedene Baumarten verschiedenen Alters hat, in dem man Holz ernten kann und der widerstandsfähig ist gegen Naturereignisse. Ziel ist es, einen stabilen, resilienten Wald zu schaffen.

Der Wald wird dabei multifunktional genutzt. Teile des Waldes dienen zum Beispiel als “Ruheforst”, das heißt als Waldfriedhof. Für die von Hatzfelds bedeutet das, dass nur die Wege instand gehalten werden. Auch ein klimafreundlicher Campingplatz gehört zum Großprojekt, wo selbstproduzierte Hackschnitzel als Brenn- und Heizmaterial dienen und Solarpanels die Camper mit Strom versorgen.

Als die Hatzfelds auf ökologischen Waldbau umgestellt haben, haben sie auch die Jagd radikal verändert. Dazu gehörte unter anderem die Reduzierung der Pachtbeträge, um das Jagen nicht nur reichen “Pacht-Touristen” zu ermöglichen. Bei der Revierpflege kommt es vor allem darauf an, dass regelmäßig gejagt wird, um ökologische und unzumutbare ökonomische Schäden durch Wild-Verbiss zu verhindern und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu ermöglichen.

Für sein Engagament wurde der Initiator des Waldumbaus, Hermann Maria Carl August Graf von Hatzfeldt-Wildenburg-Dönhoff, 1998 von der Umweltstiftung WWF und dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ zum „Ökomanager des Jahres“ ernannt und erhielt den „WWF-Sonderpreis“.

Insgesamt macht die Dokumentation deutlich: Waldumbau ist eine Menge Arbeit, und er dauert viele Jahre. Gleichzeitig sind die von Hatzfelds und ihr engagiertes Team überzeugt, dass ökologische Waldwirtschaft zugleich die wirtschaftlichste ist. Der Film zeigt aber auch, an welche Grenzen Privatwaldbesitzer bei nachhaltigen und entsprechend langfristigen Projekten stoßen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, im eigenen Betrieb, dem ökologischsten Wald weit und breit, Windräder aufstellen zu wollen

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