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Erfolgreicher Start im Marteloskop Taferlklause in Österreich

von Prof. Dr. Martin Guericke, HNE Eberswalde / Prof. Stefan Heuberger, Forstfachschule Traunkirchen

Am 24. August 2021 wurde im Rahmen der Kooperationsveranstaltung „Sommerpraxistag – Klimaanpassung und naturnaher Waldbau“ zwischen PRO SILVA Austria und der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen, das neu-installierte Marteloskop „Taferlklause“ erstmals vorgestellt und Probeauszeichnungen vorgenommen. Die Fläche befindet sich im Lehrwald des Waldcampus Österreich in einem von der Fichte dominierten Mischbestand, zu dem auch eine Vielzahl weiterer Baumarten wie Buche, Esche, Lärche und Bergahorn gehören. Die 23 Teilnehmer:innen standen vor der Herausforderung, eine Strukturdurchforstung auszuzeichnen und dabei über ihre waldbaulichen Zielsetzungen gemeinsam zu diskutieren. Darüber hinaus ging es darum, konkrete waldbauliche Lösungsstrategien zu entwickeln und diese zu begründen.

Foto: Martin Guericke

Diese Lösungsstrategien sollen die professionelle Entwicklung bzw. Bewirtschaftung von dauerwaldartigen Strukturen und die Umwandlung bestehender Altersklassenbilder im Lichte der Klimaerwärmung sicherstellen. Unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte kann dies über die zum Einsatz kommende I+-Software unmittelbar nachverfolgt und gegebenenfalls korrigiert werden. So werden auf der dafür eingerichteten Fläche die Bäume, die entnommen werden sollen, am Tablet markiert und automatisch waldbauliche, ökonomische und ökologische Effekte der Entnahme quantifiziert: In welchem Umfang wird durch die Auszeichnung die Baumarten- und Stammzahlverteilung beeinflusst? Wie verändert sich der Vorrat, wie hoch ist der Wert des ausscheidenden, bzw. verbleibenden Bestandes? In welchem Umfang bleiben Sonderstrukturen (Mikrohabitate) erhalten?

Foto: Eckart Senitza

Die einhellige Meinung der Teilnehmer:innen war: Marteloskope wie die Taferlklause sind ein innovatives Lehr- und Lernwerkzeug, das helfen kann, waldbauliche Entscheidungsfindungen zu trainieren, objektiver zu vergleichen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig ist durch vorhergehendes Schätzen verschiedener Parameter wie etwa der Entnahmemenge und der Gegenüberstellung mit den Ergebnissen der Auswertung ein   kontinuierlicher Verbesserungsprozess des individuellen „waldbaulichen Götterblickes“ garantiert.


Titelfoto: Eckart Senitza

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