Bayern: Der Ökologie mehr Gewicht verleihen?

Ich möchte hier eine kürzlich publizierte Pressemitteilung im Holzzentralblatt teilen und kommentieren.

Koalition in Bayern lehnt dritten Nationalpark ab
“Wir wollen überall in Bayern der Ökologie mehr Gewicht verleihen und setzen auf die Stärkung der Naturparks. Einen dritten Nationalpark werden wir nicht realisieren”, heißt es im Koalitionsvertrag, den CSU und Freie Wähler am 5. November unterzeichnet haben. Aber auch: “Wir nehmen dauerhaft rund 10% der staatlichen Waldflächen als nutzungsfreie Naturschutzflächen und Naturwaldflächen von der forstwirtschaftlichen Nutzung aus.” Die Flächen für Vertragsnaturschutz sollen verdoppelt werden. Am unlängst verlängerten “Waldpakt” soll festgehalten werden. Weiter heißt es: “Wir setzen uns das Ziel, bis zum Jahr 2030 rund 200.000 ha klimatolerante Wälder zu schaffen. Wir wollen den Holzbau fördern und die Marktabsatzchancen auch für das Laubholz erhöhen. Waldbesitzer, Holzhändler und Sägewerke sind wichtige Partner bei der Bewirtschaftung der Wälder und der Vermarktung des Holzes.”

Ireland: deer management in native woodlands

The management of deer in native woodlands has become a central issue in recent years. This is primarily due to increasing deer populations, the expansion of forest area through afforestation, introductions of new deer species and the re-distribution/transportation of extant naturalized deer species. Native and broad-leaved woodlands are particularly vulnerable to deer damage through browsing, grazing pressure, fraying and bole scoring. Conservation and wood quality objectives can be seriously compromised.
Negative ecological impacts from excessive deer pressure on woodland structure and ground vegetation community composition has negative knock-on effects on all other assemblages including invertebrates, birds, mammals and soil fauna. Conversely, a sustainable deer presence has positive ecological impacts and recreational value, especially as revenue through game management can be appreciable to woodland owners.

Experiences of uneven-aged forest management in the Czech Republic

by Pavel Bednář, Andreas Schuck and Alexander Held

Risks to our forests are increasing due to climate change and its consequences. Recently, we have seen a raising number of wind storms, wildfire and bark beetle outbreaks. Thus there is a need to find feasible options to adapt forest management to such developments. Especially homogeneous coniferous forest stands both in tree species composition and age have shown to become vulnerable.

On the 25th and 26th of October 2018 Pro Silva Bohemica invited forest and nature conservation managers, researchers, forest owners and policy representatives from the Czech Republic and other European countries including Austria, Germany, Ireland, Poland, Slovenia, Sweden and Switzerland to share their experiences on transforming pure even-aged Norway spruce stands into uneven-aged mixed forests. Around 110 participants attended the conference in Fryšava pod Žákovou horou about 2 hours’ south-east of Prague. The importance of both the topic and the workshop was underlined by the official patronage of Miroslav Toman, the Czech Minister of Agriculture.

Irish Marteloscopes: exploring new cooperation opportunities

by Ted Wilson

The Annual Pro Silva Ireland forestry tour 2018 was heading towards Obernai, France where the French National Forest Office’s (ONF) silviculture trainer Marc-Etienne Wilhelm hosted the “Irish forestry invasion” for 3 days. A total of 27 members of Pro Silva Ireland participated in the tour, indicating the strength of interest in continuous cover forestry (CCF) among Irish foresters, forest ecologists and woodland owners at the present time.

As a participant in the tour, I (Ted Wilson) took the opportunity to extend my travels and visit the Martelscope training sites at Mooswald and Rosskopf, near Freiburg, Black Forest, Germany. My work is based at the Teagasc Forestry Development Department, Ashtown Research Centre, and at the School of Agriculture and Food Science (Forestry Section), University College Dublin, both in Dublin, Ireland. My current research focuses on CCF, and my main project is called TranSSFor. This deals with the transformation of Sitka spruce plantations to continuous cover forestry. Related to silvicultural and production objectives of the research project is the issue of training, which was the focus of a highly productive meeting with Alex Held and Andreas Schuck, who are with the European Forest Institute.

SURE Projekt “on tour”: Waldbrand-Reise nach Brandenburg

von Martin Schmitt, Andreas Schuck und Alexander Held

Zwei der zahlreichen Brände in der Saison 2018 erfuhren besondere Aufmerksamkeit: Treuenbrietzen und Fichtenwalde bei Beelitz in Südbrandenburg. In Treuenbrietzen mussten drei Ortschaften geräumt. In Fichtenwalde wurde es notwendig, zwei Autobahnen (A9/A10) zu sperren. Die Situation wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass beide Waldbrandflächen munitionsbelastet waren.

Im Rahmen einer Schulung für die “Berliner Feuerwehr Einsatzbereitschaft 4” waren wir (Andreas Schuck und Alexander Held vom EFI) in Berlin-Brandenburg unterwegs.

Für die Praxis: das “Verbissprozent”

Ich möchte den Leserinnen und Lesern dieses Blogs ein Merkblatt für die Praxis aus der Schweiz (WSL) empfehlen, das ich relevant finde für die pan-europäischen Themen Waldumbau, resilienter Wald, klimastabiler Wald, Bergschutzwald, etc.
Kürzlich hat u.a. der Norddeutsche Rundfunk (NDR) über starken Verbiss an Laubbäumen und die entsprechenden Schäden im Harz berichtet: Waldschäden: zu viel Rotwild im Harz. Der Beitrag gibt ebenfalls einen guten Überblick über die Thematik.

Das Verbissprozent – eine Kontrollgröße im Wildmanagement
Wildhuftiere nutzen hauptsächlich im Winter junge Bäume als Nahrungsquelle. Der wiederholte Verbiss von Knospen, Nadeln und jungen Trieben schwächt die Verjüngung oder verhindert sie sogar. Das stellt unter Umständen die nachhaltige Erneuerung des Waldes mit standortsgemäßen Baumarten in Frage. An den Standort optimal angepaßte Baumarten können je nach Standort verschiedene sein: Ein Beispiel wäre der Bergmischwald im Schwarzwald aus Tanne, Buche, Ahorn, Fichte als Hauptbaumarten. Wie stark die Tiere einen Wildlebensraum beeinträchtigen, lässt sich mit dem “Verbissprozent” messen. Das Verbissprozent ist der prozentuale Anteil der Jungbäume mit abgebissenen Pflanzenteilen. Ermittelt wird dieses Prozent für ganze Wildlebensräume und über einen Zeitraum von mehreren Jahren.

Das Verbissprozent ist eine Grösse, die als Ziel im Wald-Wild-Management oder als gesetzliche Auflage gewählt werden kann und objektiv messbar ist. Eine gebräuchliche Form des Verbissprozentes ist der prozentuale Anteil der Bäume zwischen 10 und 130 cm Höhe, bei dem im Verlaufe eines Jahres der Terminaltrieb (der Leittrieb, also verantwortlich für das gerade Höhenwachstum) abgebissen wird. Die Erhebung des Jahresverbisses erlaubt es, Veränderungen von Jahr zu Jahr festzustellen und im Rahmen von Erfolgskontrollen die Wirkung der getroffenen Massnahmen zu überprüfen. Die Massnahmen zur Senkung der Verbissbelastung selbst können ganz unterschiedlicher Art sein: Sie reichen von der Art der Bejagung über die Gestaltung des Lebensraumes, der Förderung von Luchs und Wolf, der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung der Landschaft bis zur Lenkung von Tourismus und Freizeitaktivitäten im Wald und der Ausgestaltung der Raumplanung. Weitere Infos hier: Verbissprozent_CH_Merkblatt_WSL_2018_08

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Lehren aus den Waldbränden 2018

Der Sommer 2018 war und ist immer noch ein ausgesprochener Feuer-Sommer für unsere Wälder in Deutschland und Zentraleuropa. Eine ungewohnt hohe Zahl von Vegetationsbränden zwingt zur Diskussion der Ursachen einerseits, regt aber auch zum Nachdenken an, was zukünftig getan werden kann und muss.

Erste schnelle Reaktionen befassen sich wie üblich sofort mit der Feuerwehr und der Frage, wie die Einsatzkräfte in Zukunft noch besser und effizienter vorgehen können –  also der reaktive Ansatz und die Bekämpfung des Symptoms, aber nicht der Ursache. Selbstverständlich brauchen wir Feuerwehren, die bestmöglichst ausgebildet und ausgerüstet sind. Der Blick über unsere Ländergrenzen hinweg bietet zahlreiche Möglichkeiten, hier nachzubessern. Die European Forest Risk Facility und das weitere Netzwerk sind seit langem in diesem Bereich des länderübergreifenden “Exchange of Experts” tätig. Allerdings nicht nur auf reaktiver Seite sondern auch und vorallem in den Bereichen Prävention und Erhöhung der Resilienz.

Invitation: Forest Transformation and Conversion

EXEMPLARY FOREST UNITS OF UNEVEN-AGED FORESTRY
IN THE CZECH REPUBLIC

 25 years of pure even-aged Norway spruce stands transformation and Pro Silva principles application within Forest District Kocanda

PLACE: hotel Medlov, Fryšava pod Žákovou horou, Czech Republic
DATE: 25th and 26th October 2018

Even-aged and mono-culture. This is translating into high risk and vulnerability of forest stands and the call of forest research is to transform and convert single-species, even-aged forest stands to more resilient structures. Such stable and more resilient forest structures are promoted for instance by Pro Silva since 1989: The Close-to-Nature Forestry Pro Silva Principles as well as the Guidebook to Continuous Cover Forestry  (now available in French, English and German) describe a forest management approach to more resilient and more bio-diverse forests.

However, across Europe, we are still facing extensive areas where past forest management practices and historical reasons have established those high-risk, even-aged, mono-culture forests.

The Czech republic is just one of many countries with this forestry legacy. Pro Silva Bohemica PSB , in cooperation with the European Forest Risk Facility is happy to invite interested international participants to join a two day event where 25 years of forest transformation can be observed and shared. A truly important experience to share in our journey to more resilient and close-to-nature forestry!

We are looking forward to a pan-European event, discussions and experience exchange!

“Close-to-nature” fire prevention

Targeted or tactical grazing for fire prevention is nothing new, but worthwhile to be highlighted again under the current wildfire situations across Europe.

Personally, I am a believer in large scale prescribed burning as an effective and nature friendly prevention tool. But I have to admit that the idea of producing steaks, chops and sausages through fuel load reduction grazing is also very appealing to me indeed! And it can be applied all year round! And as always, to manage fire we need a toolbox with many different tools! Prescribed burning is one, grazing another. The recent BBC report on “prescribed grazing” says it all.

forest fire in Sweden

“HELP! Our forests are burning!” – “But what kind of help do you need?”

The heatwave across central and northern Europe is preparing the ground for a severe wildfire season. Normally mostly green vegetation is turning into “fuel” in countries normally not affected by serious fire problems. Hereby I am referring to countries not prepared for a wildfire season (compared to the Mediterranean areas, who are dealing with frequent forest fires), despite the climate change scenarios and increasing risks and disturbance predictions.

We have reported here on this blog about the fire situation and early warning systems in the UK, Ireland, and Germany already. Now Scandinavia is receiving a lot of media attention. Sweden for instance is calling for international assistance:

Wildfires rage in Arctic Circle as Sweden calls for help. Sweden worst hit as hot, dry summer sparks unusual number of fires, with at least 11 in the far north” (source: The Guardian) or

“Swedish firefighters were still battling 49 different wildfires across the country on Thursday afternoon, and in some areas residents have been asked to leave for their own safety. Here’s where evacuations take place.” (source: The Local)

As we can see from this and most other media articles, reports focus on the weather, the heat and fires and smoke and on helicopters as well as water-bombing aircraft. And that is what you need in a out-of-control fire situation: Hit the fire fast and hard. And for that you need resources like planes, absolutely. However, what I do miss in most news articles is that the crisis management cycle has more phases than just the response. Is that single-focused reporting maybe a reason for political ignorance of urgent needs for prevention and mitigation?