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Category: German Articles

Zu viel heiße Luft? Die vielen Gesichter des Waldes im Klimawandel

Im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Aspekte der Erderwärmung“ hielt Georg Winkel, Leiter des Bonner EFI Büros eine Onlinevorlesung mit dem Titel: „Zu viel heiße Luft. Europas Wälder im Klimawandel zwischen Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft“. In Zusammenarbeit mit seinem EFI-Kollegen Marcus Lindner referierte er zur Situation europäischer Wälder im Klimawandel.

Die zu beobachteten Veränderungen der (europäischen) Wälder und ihre Rolle in der Bekämpfung des Klimawandels sind ein zentraler „Aspekt der Erderwärmung“. Unter diesem Titel werden Vorlesungen aus verschiedenen Fachbereichen und Disziplinen aufgezeichnet, die sich alle mit den Ursachen, Erklärungen und Konsequenzen eines ändernden Klimas befassen. Die öffentliche Vorlesungsreihe wird auf Einladung von Niko Froitzheim, Professor am Institut für Geologie der Universität Bonn, organisiert, und von „Students for Future“ moderiert.

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Faktor 2,4 – Corona lässt Menschen in den Wald strömen

Försterinnen und Förster fordern Umsicht

„Unter Covid-19 haben die Besucherzahlen einen beispiellosen Boom erlebt. Der Kottenforst war vorher schon ein beliebtes Waldgebiet, über das Jahr haben wir durchschnittlich 290 Passanten am Tag gezählt. Aber die Zahl hat sich im März und April um den Faktor 2,4 gesteigert,“ zeigt sich Forscher Jakob Derks vom European Forest Institute (EFI) bei einer Freilicht-Pressekonferenz am 14. Mai 2020 im Kottenforst beeindruckt. Waren vorher morgens und abends in der Auswertung der Zählstelle klare Spitzen zu erkennen, die die Forschenden auch auf Rad-Pendlerinnen und -Pendler zurückführen, so dominieren in der Corona-Zeit nun Waldbesuche an den Nachmittagen, mit sehr hohen Besucherzahlen. Im Vergleich der Wochentage zeigt sich, dass Freitag und Samstag stark an Beliebtheit gewonnen haben und über den Tag neuerdings die höchsten Besucherzahlen verzeichnen.  

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Kleine Superhelden im Kampf gegen das Eichensterben

In Deutschland gibt es sie schon seit der Antike, Hölderlin und Herder haben über sie gedichtet, und seit dem 18. Jahrhundert gilt sie als der “deutsche Nationalbaum”: Zweifellos hat die Eiche für die Menschen in Deutschland eine besondere Bedeutung. Auch im Klimawandel wird ihr eine wichtige Rolle zugeschrieben. Gleichzeitig ist sie vor allem durch Schädlinge Risiken ausgesetzt, die ihre Widerstandsfähigkeit gefährden. Wie man dieses “Eichensterben” mit natürlichen Mitteln bekämpfen kann, untersucht seit Kurzem ein neues Projekt von Wald und Holz NRW, das von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert wird. Auch das European Forest Institute gehört zu den Projektpartnern. Ich habe Bernhard Tapken, der im Projekt “Eichenresilienz” arbeitet, einige Fragen gestellt.

Was ist das Ziel des Projektes “Eichenresilienz”?

Das Ziel des von Wald und Holz Nordrhein-Westfalen geleiteten Projektes ist es die Widerstandsfähigkeit der heimischen Eichenarten, Stiel- und Traubeneiche, zu untersuchen und Wege aufzuzeigen diese natürliche Resilienz zu fördern. Wir untersuchen dabei, wie man die sogenannte „Eichenfraßgesellschaft“ erfolgreich mit natürlichen Gegenspielern bekämpfen kann.

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Naturschutz in Landeswäldern

Neue Publikation untersucht Konzepte und Umsetzung in der Praxis

Das European Forest Institute (EFI) hat in Kooperation mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) und weiteren Partnern Forschungsergebnisse des vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderte Vorhaben „Naturschutz im Landeswald“ veröffentlicht. Der Forschungsbericht vereint dabei eine Analyse von Konzepten und rechtlichen Rahmenbedingungen mit einer empirischen Untersuchung der betrieblichen Praxis, für die deutschlandweit mehr als 300 forstliche Praktikerinnen und Praktiker in den beteiligten Landesforstbetrieben befragt wurden. Die Ergebnisse der von Georg Winkel (EFI) und Hermann Spellmann (NW-FVA) herausgegebenen Publikation geben einen forschungsbasierten Überblick zu Stand und Umsetzung des Naturschutzes in den Landeswäldern.

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Gefährliche Mixtur: Warum das Waldbrandrisiko im Frühling so hoch ist

Ein Beitrag des „Verbund Vegetationsbrand

Der Waldbrandgefahrenindex des DWD für den 21. April 2020

Nachrichtenportale und das Radio berichten davon, und auch die Wettervorhersage der Tagesschau warnt zur besten Einschaltquote vor der derzeit hohen Waldbrandgefahr. Dies ist üblicherweise ein Thema, was eher in den heißen Sommermonaten besprochen wird – doch Waldbrände halten sich genauso wenig an Monatskalender wie an Ländergrenzen. Gerade in diesen Tagen ist das Risiko für Waldbrände enorm hoch. Neben der Zeit im Hochsommer (Juli/August) gilt besonders für April eine erhöhte Waldbrandgefahr.

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Wald im Wandel: mein Interview mit dem Wandermagazin

Der Wald bietet Antworten auf eine Vielzahl von sozialen und ökologischen Fragen. Forschungsprojekte des European Forest Institute haben jedoch festgestellt, dass die breite Öffentlichkeit über forstbezogene Themen häufig nicht umfassend informiert ist. Dazu gehört zum Beispiel, dass Menschen gerne Holzmöbel kaufen, aber gleichzeitig eine Bewirtschaftung der Wälder oft kritisch gesehen wird. Wir brauchen eine engagierte Kommunikation zwischen dem Forstsektor und der breiten Gesellschaft, um diese Verständnislücke zu schließen. Als internationale Wissenschaftsorganisation arbeitet EFI auf unterschiedlichen Ebenen (von lokal zu global) und mit vielfältigen Akteuren und Interessengruppen. Dazu zählt natürlich die Wissenschaft, aber auch Forstpraktiker*innen sowie Vertreter*innen von Politik, Gesellschaft und den Medien. Über die Veröffentlichung von wissenschaftlicher Literatur hinaus sind wir auch offen für den Austausch von Erfahrungen und Informationen über nicht-akademische Plattformen. Ein Beispiel dafür ist das Wandermagazin, eine etablierte deutsche Zeitschrift, die über Wandern und Erholung in der Natur berichtet. Sein Publikum ist typischerweise sehr an der Natur interessiert, aber nicht unbedingt fachkundig. Die Redakteurin Svenja Walter hat sich deshalb entschlossen, eine Sonderausgabe mit dem Schwerpunkt Wald in Deutschland herauszugeben. Neben einem Förster und einem Naturschützer wurde ich interviewt, um eine Einführung zum Zustand der Wälder in Europa und speziell in Deutschland zu geben.

Den Artikel können Sie hier lesen (auf Deutsch). Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

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Wer ist schuld am Waldsterben?! Eine deutsche Debatte

Der derzeitige Zustand der Wälder in Deutschland wird hitzig in den Medien diskutiert, besonders in 2019, da Waldschäden erstmals großflächig auch für das ungeübte Auge sichtbar wurden. Die Debatte scheint dabei zu einem Schauplatz des verhärteten Konflikts von Naturschutz und Forstwirtschaft zu werden, den wir schon seit Jahrzehnten immer wieder in den Medien beobachten. Tippt man die Begriffe „Waldschäden“ oder „Wald im Klimawandel“ in eine Suchmaschine ein, wird man überschüttet mit zahllosen Artikeln, Kommentaren, Positionspapieren und Blogeinträgen verschiedener Einzelpersonen und Institutionen. Um die Struktur der Debatte und die Argumentation der unterschiedlichen Positionen zu verstehen, habe ich einen genaueren Blick auf den medialen Diskurs geworfen. Hierbei habe ich vor allem die Erzählstränge von Naturschutz und Forstwirtschaft, die Herleitung ihres Standpunktes und die jeweilige Rhetorik untersucht. Um die Fülle an Publikationen zu diesem Thema zu bewältigen, habe ich repräsentative Akteure von Naturschutz und Forstwirtschaft ausgewählt und ihre Onlinepräsenz und Publikationen untersucht. Natürlich handelt es sich bei den Ergebnissen um eine Verallgemeinerung, die nicht jedem einzelnen Akteur gerecht zu werden vermag. Dennoch zeigte sich ein interessantes Muster des Diskurses. 

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Der tote Taucher im Wald – Gedanken zur Feuerbekämpfung aus der Luft

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an den Tatort „Der tote Taucher im Wald“. Ein Löschflugzeug schöpft Wasser, ein Taucher landet in einem Waldbrand…Die gegenwärtige Diskussion über Löschflugzeuge in Deutschland erinnerte mich jedenfalls daran.

Während wir schon jetzt bis August 2019 teilweise überraschende Ausmaße der Waldbrände feststellen müssen, wird kontrovers über den Umgang mit Feuer und den möglichen Löschmöglichkeiten diskutiert. Auch wir haben uns zum Thema integriertes Feuermanagement hier auf diesem Blog hinreichend geäußert und wollen nun auch zur Diskussion über Löschflugzeuge beitragen, im Folgenden ein paar Gedanken.

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Können wir durch großflächige Wiederbewaldung den Klimawandel stoppen?

This blog post was translated and is now available in English here

Letzte Woche hat das Magazin Science eine viel beachtete Studie der Arbeitsgruppe von Prof. Crowther vom Institut für Integrative Biologie der ETH Zürich publiziert, in der mithilfe von Satellitenaufnahmen, Felddaten und Computermodellen das enorme Potential von großflächiger Waldvermehrung für den globalen Klimaschutz herausgestellt wurde.

Das Besondere an dieser Studie ist der Fokus auf „Restoration“, also Wiederbewaldung. Es gibt viele Abschätzungen zu CO2 Minderungspotenzialen durch Aufforstungen, und es ist wichtig, bei solchen Abschätzungen den Landbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung sowie aus anderen Sektoren realistisch abzuschätzen (Canadell and Schulze 2014). Die Autoren der Studie haben daher von der global theoretisch möglichen Waldfläche den Flächenbedarf für Landwirtschaft und Siedlungen abgezogen. Als Resultat ergab sich eine riesige Fläche von fast 1 Mrd ha für potenzielle Wiederbewaldung.

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