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Category: German Articles

Wald im Wandel: mein Interview mit dem Wandermagazin

Der Wald bietet Antworten auf eine Vielzahl von sozialen und ökologischen Fragen. Forschungsprojekte des European Forest Institute haben jedoch festgestellt, dass die breite Öffentlichkeit über forstbezogene Themen häufig nicht umfassend informiert ist. Dazu gehört zum Beispiel, dass Menschen gerne Holzmöbel kaufen, aber gleichzeitig eine Bewirtschaftung der Wälder oft kritisch gesehen wird. Wir brauchen eine engagierte Kommunikation zwischen dem Forstsektor und der breiten Gesellschaft, um diese Verständnislücke zu schließen. Als internationale Wissenschaftsorganisation arbeitet EFI auf unterschiedlichen Ebenen (von lokal zu global) und mit vielfältigen Akteuren und Interessengruppen. Dazu zählt natürlich die Wissenschaft, aber auch Forstpraktiker*innen sowie Vertreter*innen von Politik, Gesellschaft und den Medien. Über die Veröffentlichung von wissenschaftlicher Literatur hinaus sind wir auch offen für den Austausch von Erfahrungen und Informationen über nicht-akademische Plattformen. Ein Beispiel dafür ist das Wandermagazin, eine etablierte deutsche Zeitschrift, die über Wandern und Erholung in der Natur berichtet. Sein Publikum ist typischerweise sehr an der Natur interessiert, aber nicht unbedingt fachkundig. Die Redakteurin Svenja Walter hat sich deshalb entschlossen, eine Sonderausgabe mit dem Schwerpunkt Wald in Deutschland herauszugeben. Neben einem Förster und einem Naturschützer wurde ich interviewt, um eine Einführung zum Zustand der Wälder in Europa und speziell in Deutschland zu geben.

Den Artikel können Sie hier lesen (auf Deutsch). Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

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Wer ist schuld am Waldsterben?! Eine deutsche Debatte

Der derzeitige Zustand der Wälder in Deutschland wird hitzig in den Medien diskutiert, besonders in 2019, da Waldschäden erstmals großflächig auch für das ungeübte Auge sichtbar wurden. Die Debatte scheint dabei zu einem Schauplatz des verhärteten Konflikts von Naturschutz und Forstwirtschaft zu werden, den wir schon seit Jahrzehnten immer wieder in den Medien beobachten. Tippt man die Begriffe „Waldschäden“ oder „Wald im Klimawandel“ in eine Suchmaschine ein, wird man überschüttet mit zahllosen Artikeln, Kommentaren, Positionspapieren und Blogeinträgen verschiedener Einzelpersonen und Institutionen. Um die Struktur der Debatte und die Argumentation der unterschiedlichen Positionen zu verstehen, habe ich einen genaueren Blick auf den medialen Diskurs geworfen. Hierbei habe ich vor allem die Erzählstränge von Naturschutz und Forstwirtschaft, die Herleitung ihres Standpunktes und die jeweilige Rhetorik untersucht. Um die Fülle an Publikationen zu diesem Thema zu bewältigen, habe ich repräsentative Akteure von Naturschutz und Forstwirtschaft ausgewählt und ihre Onlinepräsenz und Publikationen untersucht. Natürlich handelt es sich bei den Ergebnissen um eine Verallgemeinerung, die nicht jedem einzelnen Akteur gerecht zu werden vermag. Dennoch zeigte sich ein interessantes Muster des Diskurses. 

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Der tote Taucher im Wald – Gedanken zur Feuerbekämpfung aus der Luft

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an den Tatort „Der tote Taucher im Wald“. Ein Löschflugzeug schöpft Wasser, ein Taucher landet in einem Waldbrand…Die gegenwärtige Diskussion über Löschflugzeuge in Deutschland erinnerte mich jedenfalls daran.

Während wir schon jetzt bis August 2019 teilweise überraschende Ausmaße der Waldbrände feststellen müssen, wird kontrovers über den Umgang mit Feuer und den möglichen Löschmöglichkeiten diskutiert. Auch wir haben uns zum Thema integriertes Feuermanagement hier auf diesem Blog hinreichend geäußert und wollen nun auch zur Diskussion über Löschflugzeuge beitragen, im Folgenden ein paar Gedanken.

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Können wir durch großflächige Wiederbewaldung den Klimawandel stoppen?

This blog post was translated and is now available in English here

Letzte Woche hat das Magazin Science eine viel beachtete Studie der Arbeitsgruppe von Prof. Crowther vom Institut für Integrative Biologie der ETH Zürich publiziert, in der mithilfe von Satellitenaufnahmen, Felddaten und Computermodellen das enorme Potential von großflächiger Waldvermehrung für den globalen Klimaschutz herausgestellt wurde.

Das Besondere an dieser Studie ist der Fokus auf „Restoration“, also Wiederbewaldung. Es gibt viele Abschätzungen zu CO2 Minderungspotenzialen durch Aufforstungen, und es ist wichtig, bei solchen Abschätzungen den Landbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung sowie aus anderen Sektoren realistisch abzuschätzen (Canadell and Schulze 2014). Die Autoren der Studie haben daher von der global theoretisch möglichen Waldfläche den Flächenbedarf für Landwirtschaft und Siedlungen abgezogen. Als Resultat ergab sich eine riesige Fläche von fast 1 Mrd ha für potenzielle Wiederbewaldung.

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Wald-Wild-Klima! In Brandenburg haben sich die Wildbestände seit 1957 mehr als verzehnfacht

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Landesbetriebs Forst Brandenburg gratulierte Forststaatssekretärin Carolin Schilde in Ihrem Grußwort allen Verantwortlichen und betonte dabei die Bedeutung des Waldumbaus in Zeiten des Klimawandels.

Noch sind 500.000 ha des Brandenburger Waldes reine Kiefernbestände. Die Folgen der Kiefernreinwirtschaft seit ihrem Beginn vor über 200 Jahren werden auch erst in Generationen zu bewältigen sein. „Forstleute wissen, dass eine Beimischung von zirka zehn (Prozent) Laubholz bereits wesentlich dazu beiträgt, dass Massenvermehrungen von Kiefernschadinsekten einzudämmen. Uns allen muss klar sein, dass der aktive Waldumbau mit Fördermitteln keine flächendeckende Lösung sein kann“, fasste die Staatssekretärin zusammen.

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Extreme Trockenheit führt zu hoher Waldbrandgefahr

Von Alexander Held & Maria Schloßmacher

Aufgrund akuter Waldbrandgefahr herrscht in vielen Regionen Deutschlands und darüber hinaus derzeit die höchste Warnstufe. Bereits vor Ostern musste die Feuerwehr zahlreiche Waldbrände löschen.

Der Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes (DWD) stuft vor allem Brandenburg, den Süden Mecklenburg-Vorpommerns, das nördliche Sachsen und den Osten Sachsen-Anhalts als stark gefährdet ein. Im nördlichen Sachsen dürfen wegen der hohen Brandgefahr einige Wälder nicht von der Öffentlichkeit betreten werden.

Gründe für den Ausbruch des Feuers sind vielfältig und doch leicht auszumachen. Die Kombination aus dem Rekordsommer 2018 und die anhaltende Trockenheit haben den Wäldern zugesetzt, sodass die letzten (Wasser)-Reserven aufgebraucht sind. Sollten sich die Prognosen über ein weiteres Dürrejahr 2019 bestätigen, werden auch die Zahlen der Waldbrände weiter drastisch steigen. Trockene Pflanzenreste und der Wind tragen zum Ausbruch des Feuers bei. Der Wind trocknet altes Gras, noch bevor das neue Grün wachsen kann und begünstigen so die schnelle Ausbreitung des Feuers. Da die Bäume erst langsam beginnen ihre Blätter zu bilden, kann die Sonne ohne Schutz bis auf den Waldboden scheinen und trockenen Pflanzenteile sind leichter entflammbar. Dadurch ist die Waldbrandgefahr im Frühling besonders hoch einzuschätzen.  Wind und Trockenheit, mehr noch als die Temperatur und die warmen Tage über dem Osterwochenende, spielen dabei eine entscheidende Rolle.

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„Eingeführte Baumarten in europäischen Wäldern: Chancen und Herausforderungen“

Deutsche Übersetzung jetzt verfügbar!
Die Einführung von Baumarten ist ein bedeutendes und zugleich kontroverses Thema. In allen Ländern Europas sind eingeführte Arten einerseits als Chance für die Steigerung der Holzproduktion gesehen und können Alternativen für eine sich unter dem Einfluss des Klimawandels verändernde Artenzusammensetzung in Wäldern darstellen. Andererseits können eingeführte Arten auch die Ursache für den Verlust an Artenvielfalt sein, natürliche Ökosysteme stören und bei ungewünschter Verbreitung hohe Kosten verursachen.

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Bayern: Der Ökologie mehr Gewicht verleihen?

Ich möchte hier eine kürzlich publizierte Pressemitteilung im Holzzentralblatt teilen und kommentieren.
Koalition in Bayern lehnt dritten Nationalpark ab
“Wir wollen überall in Bayern der Ökologie mehr Gewicht verleihen und setzen auf die Stärkung der Naturparks. Einen dritten Nationalpark werden wir nicht realisieren”, heißt es im Koalitionsvertrag, den CSU und Freie Wähler am 5. November unterzeichnet haben. Aber auch: “Wir nehmen dauerhaft rund 10% der staatlichen Waldflächen als nutzungsfreie Naturschutzflächen und Naturwaldflächen von der forstwirtschaftlichen Nutzung aus.” Die Flächen für Vertragsnaturschutz sollen verdoppelt werden. Am unlängst verlängerten “Waldpakt” soll festgehalten werden. Weiter heißt es: “Wir setzen uns das Ziel, bis zum Jahr 2030 rund 200.000 ha klimatolerante Wälder zu schaffen. Wir wollen den Holzbau fördern und die Marktabsatzchancen auch für das Laubholz erhöhen. Waldbesitzer, Holzhändler und Sägewerke sind wichtige Partner bei der Bewirtschaftung der Wälder und der Vermarktung des Holzes.”

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Buchpräsentation: Das Trittsteinkonzept – Naturschutz-integrative Waldbewirtschaftung schützt die Vielfalt der Waldarten

Das Thema Waldnaturschutz spaltet Waldschützer und Waldnutzer. Dabei sollten gerade diese an einem Strang ziehen und im Interesse der Waldökologie zusammenarbeiten. Es reicht nicht aus, 5% der Waldfläche Deutschlands aus der Nutzung zu nehmen. Schutzmaßnahmen für unsere Waldarten müssen auch auf den restlichen 95% gewährleistet werden. Das sogenannte ‘Trittsteinkonzept’ ist dafür ein guter Weg –  und die Elemente des Konzepts lassen sich in allen Wäldern umsetzen.

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