Waldbrände: Vorsorge statt teurer Löschtechnik

In einem Interview mit der Deutschen Welle betont Waldbrandexperte Alexander Held von EFI’s Resilience Programme die wichtige Bedeutung von Brandprävention im Wald und sagt: “Würden wir unsere Hausaufgaben machen, hätten wir keine Feuer zu bekämpfen, die erstens Menschenleben kosten und zweitens so intensiv brennen, dass wir Ökosysteme über Jahrzehnte zerstören. Doch 90 Prozent des Feuerbudgets wird in die Brandbekämpfung investiert statt in Prävention und Landmanagement.”

Auf der Basis von seiner langjährigen Tätigkeit als Waldbrandmanager u.a. in Florida, Kalifornien und Südafrika beschäftigt sich Held zum Beispiel mit “Pflegefeuern”, die die Artenvielfalt erhöhen, und mit kontrolliertem Brennen, um Brennmaterial präventiv zu entfernen und damit große und schwer kontrollierbare Flächenbrände zu vermeiden. Der Berater kritisiert, dass es für Präventivprojekte zu wenig politische Unterstützung und demzufolge keine Finanzierung gibt. Wenn es dann aber brenne, sei genügend Geld für Löschflugzeuge vorhanden, so Held.

Warum Mischwälder feuerfester sind, welchen Nutzen langfristige Forschung zu Waldbrandschutz und -bekämpfung haben könnte und was die Auswirkungen des Klimawandels zu den aktuellen extremen Wetterlagen beitragen, kann man im DW-Interview “Waldbrandmanager empfiehlt: Vorsorge statt teurer Löschtechnik”, das von der Journalistin Karin Jäger geführt wurde, lesen.

Mit deutschsprachigen Forstchefs im Bonner Kottenforst

Am Freitag, den 6. Juli 2018, haben Wald und Holz NRW und wir, das Bonner Büro von European Forest Institute (EFI), für die ForstchefInnen von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Luxembourg und Südtirol eine Exkursion in den Bonner Kottenforst organisiert, um uns über das Spannungsfeld Naturschutz – nachhaltige Waldwirtschaft – Nutzung des Waldes für Erholungszwecke auszutauschen. Die Exkursion fand im Rahmen eines Treffens auf Einladung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Bonn statt, bei dem waldpolitische Fragen diskutiert wurden.

Um die Integration der verschiedenen Waldfunktionen Nutz/Schutz/Erholung aus forstpraktischem Blickwinkel betrachten zu können, haben wir mit den Forstchefs die Marteloskopfläche „Jägerhäuschen“ besucht und gemeinsam mit Uwe Schölmerich, Leiter des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft, vorgestellt. Marteloskope sind Waldflächen, in denen alle Bäume genau vermessen wurden. Baumart, Durchmesser, Holzwert und ökologischer Besonderheiten wie Spechthöhlen oder Rindentaschen sind erfasst und in einer digitalen Karte dargestellt. Anhand dieser Beispiele können ForstmanagerInnen und Studierende, aber auch PolitikvertreterInnen und die interessierte Öffentlichkeit mithilfe einer Tabletsoftware im Wald selbst simulieren, wie man Naturschutzaspekte und wirtschaftliche Erwartungen miteinander in Einklang bringen kann.

FSC und Greenpeace sind sich nicht grün

Ich finde, Greenpeace International und der Forest Stewardship Council (FSC) führen einen interessanten Dialog. Warum, werde ich im Folgenden ausführen:

Am 28.3.2018 hat Greenpeace-International seine Mitgliedschaft beim FSC-International auslaufen lassen, wie die Naturschutzorganisation mitteilte. Begründet wurde dieser Schritt mit der sehr ungleichen Umsetzung der FSC-Zertifizierung von Land zu Land und mit dem Versagen der FSC-Zertifizierung beim Schutz der Wälder. Insbesondere in Hoch-Risiko-Ländern leiste der FSC hier nicht genug, so Greenpeace. Die Naturschutzorganisation meint damit Länder, in denen Demokratie und Zivilgesellschaft schwach sind und in denen ein hohes Maß an Korruption herrscht. Greenpeace empfiehlt dennoch weiterhin die FSC-Zertifizierung, solange es sich um “FSC 100%” handelt – und nicht um “FSC-Mix” oder “FSC controlled wood” – und sich die zertifizierten Wälder nicht in Hochrisiko-Regionen befinden. PEFC und andere Zertifikate unterstützt Greenpeace nach wie vor nicht.

Zielorientierte Jagd und klimastabiler Wald – Einblicke in das Projekt BioWild

Das BioWild Projekt wird vom Europäischen Forstinstitut EFI in der Projektbegleitenden Arbeitgruppe PAG unterstützt. Am 1. März 2018 trafen sich Vertreter u.a. von NABU, PEFC Deutschland e.V., dem SDW Bundesverband e.V., der LANUV Wildforschungsstelle und dem Bundesamt für Naturschutz in der Projektregion “Dübener Heide” zum Austausch der aktuellen Entwicklungen in und um das Projekt. Die PAG wurde umfassend informiert, und nach lebhafthaften Diskussion begab man sich in den Wald und an den Ort des Geschehens in der Dübener Heide. Ziel der Exkursion waren die Weisergatter (ohne Wildeinfluß) und die dazugehörigen Vergleichsflächen (mit Wildeinfluß).

“We need wildfire prevention rather than fire suppression” – EFI-expert responds to EU’s new rescEU plan

The European summer of 2017 had unprecedented amounts of natural disasters happening simultaneously, such as devastating forest fires in Portugal, immense storms in Germany and Greece an the UK, often followed by severe floods. It is estimated that natural disasters cost EU member states about 360 Billion Euro over the past 40 years, while over 200 people lost their lives in fires, storms and floods in 2017 alone.

Threatened by increasing magnitudes of climate change and destabilized by a lack of resources and cross border coordination, the EU faced the fact that something has to change. To boost Europe’s ability to better deal with natural disasters, the European Commission yesterday launched rescEU, an initiative to improve the European system to tackle natural disasters. The intention is to strengthen European response capacities on the one hand, and (maybe) more importantly to improve cooperation and coherence of disaster prevention and preparedness among European countries on the other hand.

“From the perspective of the European Forest Risk Facility hosted by European Forest Institute we welcome the statement of the commissioner, indeed we support his statement for more cooperation and prevention, hand in hand with adequate response to disasters”, says European Forest Institute’s (EFI) own senior expert on Forest-, Fire-, and Wildlife management Alexander Held.  However, we might have the wrong focus, also reflected in media coverage (like the German ZEIT), which so far focuses on the first aspect: suppression and fire control. A misallocation of money and resources, arisen due to misinformed people with a wish for a political spectacle, according to Held. “Large wildfires only occur through a combination of three things: an ignition, severe fire weather and a large contiguous accumulation of fuel. Take away the factors mankind cannot control, and you are left dealing with the accumulation of fuel – thus preemptive fire management. Broad scale fuel reduction burning (or grazing, mulching, mowing, converting to productive, valuable forest) is the only defense we have against large wildfires”, so Held. “Fire control through water bombers has its place, but is – just like any other case of symptom combating –  ineffective when dealing with large wildfires.”

Make sure you do not miss out on Alexander Held’s full statement on rescEU, as he makes a comprehensive case for allocating resources towards wildfire prevention rather than fire suppression. The statement is based on the expertise of the forest fire manager Held and does not necessarily reflect EFI’s viewpoint as an organization.

 

Zahl der Waldbrände in Europa verdreifacht, sagt EFI-Experte

Immer öfter werden in Europa in Zukunft Waldbrände wüten, mehr und mehr Flächen werden von ihnen verschlungen, warnt Waldbrand-Experte Alexander Held vom European Forest Institute in einem Interview mit Euronews. Das betrifft auch Länder, in denen man es absolut nicht erwartet hätte. Die traditionelle Waldbrandsaison habe sich zudem verlängert, so Held.