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Category: German Articles

Waldschäden 2.0 -und was nun?

Marcus Lindner’s Beitrag zur Ringvorlesung “Aspekte der Erderwärmung”

Auch wenn derzeit viel stillsteht: Die Universität Bonn zusammen mit Students for Future Bonn hat in diesem Semester ihre Ringvorlesung “Aspekte der Erderwärmung” fortgesetzt und bietet viele interessante Vorträge von Experten*innen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen an (Zum kompletten Programm geht es hier ). Die Ringvorlesung findet online statt und gibt Studierenden und allen interessierten Zuhörenden die Möglichkeit, ihre Fragen live und direkt an die Vortragenden zu richten.

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“Naturschutz geht nicht ohne den Verzicht durch den Menschen” – Interview mit Förster Andreas Pommer

Andreas Pommer ist Leiter des Forstrevier Eibenstock im Staatsbetrieb Sachsenforst. Das Revier Eibenstock ist ein Mittelgebirgsrevier im Erzgebirge mit einem Fichtenanteil im Oberstand von über 90%, mit einer leidvollen Geschichte, die durch die Rauchschäden und durch das Rotwildstaatsjagdgebiet der 1970er–1980er Jahre und einem hohen Schadholzanteil in der Vergangenheit geprägt wurde. In “seinem” Wald hat es sich Andreas Pommer seit etwa 15 Jahren zum Ziel gemacht, Waldwirtschaft und Naturschutz miteinander zu vereinbaren – mit naturgemäßem Waldbau, Waldumbau hin zu strukturreichen, gemischten Wäldern. Eine wichtige Rolle spielen auch Totholz, Biotopbäume, Hochstubben, Moorrevitalisierungen, Bachtalrenaturierungen, Anlage von Kleingewässern, Waldinnen- und -außenrandgestaltung sowie Nisthilfen. Teilweise nutzt Pommer auch innovative Methoden wie Marteloskope, um für Naturschutz zu sensibilisieren. Deswegen hat die Zeitschrift “Forstpraxis” ihn auch für 2020 für den Titel “Förster des Jahres” vorgeschlagen. Wir haben mit Andreas Pommer ein persönliches Gespräch über Herausforderungen für die Forstwirtschaft in Zeiten des Klimawandels und wachsender Erwartungen an den Wald geführt – und über potentielle “integrative” Lösungsansätze, wie wir möglichst viele Waldfunktionen integrieren und unseren Wald langfristig und gesund erhalten können.

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“Leben in der Lage” oder Feuereinsatz zur Vegetationsbrandbekämpfung

Rückblick: Das Projekt Waldbrand-Klima-Resilienz (WKR) und Waldbrandteam e.V. leiten gemeinsames Feuercamp in Munster 35 motivierte Teilnehmende aus verschiedenen Bereichen des Forstsektors (u.a. Privatwaldbesitz und Landes-Forstverwaltung),…

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Es geht nur gemeinsam: Neue Perspektiven für Waldbrandmanagement in Baden-Württemberg

Anlässlich des Starts des WKR-Projekts (Waldbrand-Klima-Resilienz) und der Gründung einer “Modellregion Waldbrandmanagement“ in Baden-Württemberg hat die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) Medien- und Pressevertreter*innen am 25. September 2020 nach Bruchsal in die Landesfeuerwehrschule und anschließend in den Hardtwald eingeladen, um neue Wege im Waldbrandmanagement vorzustellen. Gemeinsam werden Handlungsempfehlungen für Waldbrandprävention und -Management entwickelt, denn die wachsende Gefahr für Wald und Vegetationsbrände stellen Waldbesitzer*innen, Forstverwaltungen und Feuerwehren vor massive Herausforderungen. In dem Bewusstsein der größer werdenden Probleme ist im Rahmen des WKR-Projekts in Baden-Württemberg eine Modellregion festgelegt worden, in der neue Ansätze des Waldbrandmanagements und Möglichkeiten der Kooperation aller betroffenen Akteure geschaffen werden.

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Neue Perspektiven für Wald- und Feuermanagement im Klimawandel

“Waldbrand-Klimawandel-Resilienz”. Dreijähriges Verbundprojekt zwischen EFI und FVA offiziell gestartet.

Der Sommer ist brandgefährlich – für die Wälder. Wenn es brennt, bekommt die Thematik viel Aufmerksamkeit. Eventuell kommen Löschflugzeuge zum Einsatz, und auch die Feuerwehren stehen vor massiven Herausforderungen, die Flammen einzudämmen.

Dabei (zu) wenig im Fokus stehen das aktive Feuermanagement und die Diskussion über präventive Maßnahmen, um die Ausbreitung der Feuer möglichst kontrollieren zu können. Und genau da setzt das vom Waldklimafond der Bundesregierung geförderte Projekt „Waldbrand-Klimawandel-Resilienz“(kurz WKR) an.

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Mehr Holzzuwachs der europäischen Wälder wird abgeschöpft – aber wirklich so viel?

Autoren: Marcus Lindner und Jürgen Bauhus 

In dem frisch publizierten Nature Artikel unter Leitung von Guido Ceccherini „Abrupt increase in harvested forest area over Europe after 2015” (https://doi.org/10.1038/s41586-020-2438-y) werden Waldverluste aus Satellitenbild-Auswertungen berechnet und dabei kommen die Autoren auf erstaunliche Werte von um fast 50% erhöhte Ernteflächen sowie um sogar 69% erhöhte Holzvolumenentnahmen in den Jahren 2016-2018 verglichen mit dem Zeitraum 2011-2015. Es wird diskutiert, dass eine auf verstärkte Bioökonomie-Entwicklung orientierte Waldpolitik zu diesem drastischen Anstieg in der Nutzungsintensität geführt hat und dadurch das Erreichen von Klimaschutzzielen in Frage gestellt wird.

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Waldwissenschaftler fordern: Waldumbau durch effiziente Bejagung unterstützen

Warum wir eine Neufassung des Bundesjagdgesetzes brauchen

Ein Gastbeitrag von Christian Ammer, Thomas Knoke und Michael Müller

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen durch den Klimawandel müssen wir vielgestaltige und anpassungsfähige Wälder aufbauen. Wildeinflüsse können dieses Ziel gefährden. Deswegen hat der wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Februar 2020 ein Eckpunktepapier zur Waldstrategie 2050 veröffentlicht. In diesem wird benannt, welche Regelungen bei der Reform des Bundesjagdgesetzes geändert werden müssten, um den drängenden Aufgaben nachkommen zu können. Wir stimmen der Analyse und den Empfehlungen des wissenschaftlichen Beirats aus waldwissenschaftlicher Sicht im Wesentlichen zu und fordern die Politik auf, die Empfehlungen ihres Beirats zu berücksichtigen.

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Wildlebensraum Wald in Gefahr

ein Beitrag von Hans von der Goltz

Die neuerliche Trockenheit im dritten Jahr in Folge lässt die Borkenkäfer zu Milliarden erfolgreich ihre nächsten Opfer finden. Sie und andere Schadinsekten haben leichtes Spiel mit den durch den Wassermangel schon ums Überleben kämpfenden Bäumen. Es müssen alle vom Menschen beeinflussbaren Maßnahmen konsequent ergriffen werden, um die nächste Waldgeneration stabiler zu machen gegen die Herausforderungen des Klimawandels. Der Wald muss gemischter und strukturreicher werden.
Das verhindern auf der überwiegenden Waldfläche Deutschlands zu viele Rehe, Hirsche oder anderes Schalenwild. Das Bundesjagdgesetz muss rechtlich dafür sorgen, dass der erforderliche Waldumbau gelingt. Ziel muss es sein, dass Wald und Wild in einer Balance miteinander leben und überhöhte Schalenwildbestände nicht weiter ihre eigene Lebensgrundlage zerstören. In dem aktuellen Entwurf des Bundesjagdgesetzes kann man diese Absicht zwar ansatzweise erkennen, die klare Konsequenz fehlt jedoch vollständig. In Anbetracht der besorgniserregenden deutschlandweiten Waldsituation ist die Zeit der Freiwilligkeit, der hoffnungsvollen Unverbindlichkeit, des Kniefalls vor der Jägerlobby vorbei. Das Bundesjagdgesetz (BJagdG) muss aus gesamtgesellschaftlicher Verantwortung nun wirklich klare zielorientierte Regelungen zur Waldrettung treffen.

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Zu viel heiße Luft? Die vielen Gesichter des Waldes im Klimawandel

Im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung „Aspekte der Erderwärmung“ hielt Georg Winkel, Leiter des Bonner EFI Büros eine Onlinevorlesung mit dem Titel: „Zu viel heiße Luft. Europas Wälder im Klimawandel zwischen Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft“. In Zusammenarbeit mit seinem EFI-Kollegen Marcus Lindner referierte er zur Situation europäischer Wälder im Klimawandel.

Die zu beobachteten Veränderungen der (europäischen) Wälder und ihre Rolle in der Bekämpfung des Klimawandels sind ein zentraler „Aspekt der Erderwärmung“. Unter diesem Titel werden Vorlesungen aus verschiedenen Fachbereichen und Disziplinen aufgezeichnet, die sich alle mit den Ursachen, Erklärungen und Konsequenzen eines ändernden Klimas befassen. Die öffentliche Vorlesungsreihe wird auf Einladung von Niko Froitzheim, Professor am Institut für Geologie der Universität Bonn, organisiert, und von „Students for Future“ moderiert.

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